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Die Klavierbauer Seuffert

Diese Seite ist den Instrumenten und der Geschichte der Wiener Klavierbauer Martin und Eduard Seuffert gewidmet. Wer immer Ergänzungen, Korrekturen oder Kritik anbringen möchte, ist herzlich dazu aufgefordert! Besonders interessant sind erhaltene Instrumente der Seufferts, deren Opusnummern und technische Daten ich gerne sammeln würde (Kontakt siehe Impressum). Vielen Dank!

Geschichte

Instrumente

Impressum


Geschichte

Franz Martin Seuffert wurde am 10. Januar 1773 in Würzburg geboren. Vater Franz Ignaz Seuffert (1732-1810) und Großvater Johann Philipp Seuffert (1693-1780) waren angesehene Orgelbauer im mainfränkischen Raum und trugen den Titel des Würzburger Hoforgelmachers. Auch Martin Seuffert erlernte zunächst das Handwerk des Orgelbauers im väterlichen Betrieb. Eine Orgel von ihm ist in der Volkacher Wallfahrtskirche Maria im Weingarten im Landkreis Kitzingen erhalten.

1802 ging Martin Seuffert jedoch nach Wien, um sich dort als Geselle bei Anton Walter im Klavierbau weiterzubilden. In der Folge arbeitete er in der 1802 gegründeten Firma "Wachtl & Comp." zusammen mit Joseph Wachtl und Jakob Bleyer an der Entwicklung eines aufrecht stehenden Hammerflügels, das wegen seiner besonderen Form den anschaulichen Namen "Forte=Piano en giraffe" bzw. "Giraffenklavier" erhielt. Um das Urheberrecht an dieser Erfindung entbrannte jedoch ein Streit, infolgedessen Martin Seuffert 1810 aus der Firma ausschied. Er erwarb das Wiener Bürgerrecht sowie das Meisterrecht und eröffnete 1811 eine eigene Werkstatt mit der Adresse "Auf der Wieden in der Alleegasse 75-76".

Im November 1811 veröffentlichte Jakob Bleyer eine "Historische Beschreibung der aufrechtstehenden Forte-Pianos" in der Leipziger Allgemeinen Musikalischen Zeitung, in der er Seuffert der unrechtmäßigen Anmaßung bezichtigt:

"Jeder Erfinder hat das Recht, es auf seinem Produkte anzuzeigen, dass er der Erfinder sey, indessen ist es lächerlich, wenn jemand durch ein schlecht gelungenes Machwerk sich eine Ehre als Erfinder verspricht. Wenn aber jemand die Erfindung eines anderen nachahmt und sich die Ehre der Erfindung zueignen will, so ist diess nicht blos lächerlich, sondern auch dummdreist. Die lächerliche -dreistigkeit begeht der hiesige Klaviermacher Martin Seuffert; er ahmt unsere Erfindung nach, und schreibt auf jedes Namensschild: Erfunden von Martin Seuffert in Wien. Ich wünschte doch zu wissen, was ihn zu dieser elenden Anmassung berechtigt??"

1815 wird Martin Seuffert in einem Brief von Ludwig van Beethoven an Joseph von Varena in Graz. Beethoven hatte sich im Auftrag Varenas in Wien nach einem Klavier für dessen Tochter umgesehen und antwortet nun, man könne ein gutes sechs-oktaviges entweder bei Johann Schantz für 400 oder bei Seuffert für 460 Gulden bekommen: 

"Mein werther V. ! Nicht wohl, sehr beschäftigt war es mir nicht möglich mich selbst zu erkundigen, bis gestern – nun meine Resultate Von Schanz können sie ein so gutes piano, als er sie nur immer zu liefern im Stande ist, für den Preiß von 400 fl. W.W. Sammt Emballage mit 6 – 8 ven haben – Seiffert verlangt 460 würde es wohl auch um 400 geben – Es giebt aber noch Brave meister, wie ich höre, wo man ein gutes dauerhaftes auch noch ziemlich unter dem Preiß von 400 fl. bekommen könnte. – das ist aber nicht alles gleich geschwind ausgesucht, gefunden – gut – wie sie es von Rechtswegen haben müßen. – daher müste ich mehr Zeit haben – Antworten sie mir nun bald ob sie derley Preise genehmigen, alsdenn haben sie in einigen Wochen ein gutes dauerhaftes Piano. – ..."

Ab 1819 zog Seuffert vermutlich mit seiner Werkstatt um, denn ab dann lautet seine Anschrift "Auf der Wieden in der Favoritengasse zum goldenen Hirschen". 1827 assoziierte er sich mit dem Klaviermacher Johann Seidler und führte die Firma unter dem Namen "Seuffert und Seidler", die in den Jahren nach 1830 neben den Firmeninhabern mindestens vier Klaviermacher, vier Klaviertischler und zwei Lehrlinge beschäftigte. 1836 ließ er seine Verbesserungen am "piano droit" durch ein fünfjähriges Privileg schützen.

Eduard Seuffert wurde am 26. Juni 1819 in Wien als Sohn von Martin Seuffert geboren, in dessen Betrieb der den Klavierbau erlernte. Ab seinem 18. Lebensjahr ergänzte er seine Kenntnisse durch weitere Studien bei Henri Pape, Erard und Hatzenbühler in Paris, bei Vogelsangs in Brüssel und bei Broadwood in London. Nach seiner Rückkehr trat er 1842 als Compagnon in den väterlichen Betrieb ein, sodass die Instrumente fortan mit "Seuffert Sohn und Seidler" signiert wurden.

Im August 1843 widmete die Wiener Allgemeine Musik-Zeitung in ihrer Kolumne "Gallerie von Meistern, die sich um die Musikinstrumente verdient gemacht haben" Eduard Seuffert einen Artikel auf der Titelseite. Der Autor Athanasius Groß war auf der Suche nach einem Klavier durch Carl Mechetti auf die Firma "Seuffert und Seidler" aufmerksam gemacht worden, deren Instrumente ihm wegen ihrer Tonfülle, ihrer leichten Spielart und wegen ihres günstigen Preises empfehlenswert erschienen:

"Die Firma "Seifert et Seidler" (Landstraße Nr. 56) ist ein seit sehr langer Zeit her auf's Beste accreditirte, und ihre Fabrikate erfreuten sich ihrer Solidität wegen durchaus vielfacher Anerkennung. So kam es auch, daß selbst Ihre Majestät die Höchstselige Kaiserinn Maria Theresia (Mutter Sr. Majestät des jetzt regierenden Kaisers), Ihre Majestät die Erzherzoginn Maria Louise und der kaiserl. Hof in Brasilien vor Jahren schon Instrumente aus dieser Fabrik acquirirten, und fortan zahlreiche Versendungen von hieraus auch in die entferntesten Provinzen des In= und Auslandes geschahen.
Einen sehr bedeutenen Aufschwung aber erhielt dieß Geschäft durch Hrn. Eduard Seifert, einen durch Talent, Kenntnisse und Fleiß ausgezeichneten jungen Kunstgeschäftsmann, der seit etwa einem Jahr Compagnon seines Vaters geworden. Er (im Jahre 1817 in Wien geboren), ein Schüler seines Vaters (M. Seifert), ging, nachdem er die nöthigen Vorstudien im Zeichnen, in der Mathematik und Mechanik gemacht, und die Vortheile und Kunstgriffe, ja alle Geschicklichkeit sich zu Hause erworben, die zu einem tüchtigen Werkmeister gehören, vor etwa sieben Jahren auf Reisen, um auch die Eigenthümlichkeiten fremder Fabrikate kennen zu lernen. So arbeitete er in Paris bei Pappé, Hatzenbühler und Erard, bei Vogelsang in Brüssel, bei Schöwermann (als Geschäftsführer) in Lüttich, bei Brodwood in London, und eignete sich alle jene Kenntnisse im eigenthümlichen Baue der verschiedenartigen Fortepianoinstrumente an, welche als Werke der erstgenannten Meister Weltruhm erlangt haben; so suchte er auch in musikalischer Hinsicht an obberührten Orten Zutritt bei den berühmtesten Virtuosen seines Instrumentes (das er selbst mit vieler Fertigkeit spielt), und begleitete sogar im Auftrage seines Fabriksherrn mehrere Monate hindurch die Geschwister Milanollo als Clavierstimmer auf ihrem Triumphzuge durch die Niederlande. In Paris war es auch, wo er bei Erard die bereits auf eine so hohe Stufe der Vollkommenheit gebrachten Fortepiano=Büffets kennen lernte und den bewunderungswürdigen Mechanismus studierte, der dieselben von allen stehenden Instrumenten der Art so vortheilhaft auszeichnet. Im Jahre 1836 erhielt wohl die Firma "Seifert und Seidler" ein ausschl. k. k. Privilegium auf ein stehendes, schrägsaitiges Fortepiano, das den damaligen Anfordernissen zu entsprechen fähig war. Das industrielle Fortschreiten aber, bedingt vornehmlich durch die enorm gesteigerte Bravour der Concertisten, ist an den neuen von Seifert jun. derzeit verfertigten Piano-Buffets siegreich ersichtlich, da dieselben bei einem kleinen Formate und einer äußerst eleganten Außenseite (die sie zu den zierlichsten Salon=Meubelstücken zugleich eignet), nicht nur in der Stärke und Lieblichkeit des Tones (worin sie den besten Flügel, wo nicht übertreffen, doch demselben gewiß gleich kommen), in der Dauerhaftigkeit, Stimmhaltigkeit, in der leichten, elastischen, zu allen Executionen (im stärksten ff und leistesten pp) genügenden Spielart, da selbst der leisesten Berührung der Claviatur entsprochen wird, - alle Wünsche zu befriedigen und selbe vor allen beliebt zu machen ganz geeignet sind. Die eigenthümliche Mechanik des hiebei angewendeten, durch ein allerhöchstes Privilegiums gesicherten Resonanzsystems ist aber auch auf alle Formen der Fortepiano=instrumente benützbar, - daher die in Frage stehende Fabrik im Stande, jede Art von Flügeln in jeder beliebigen Größe zu verfertigen. Ihre neuesten Erzeugnisse erfreuen sich auch bereits eines ungemein vermehrten Zuspruches aus Polen, Rußland, Norddeutschland, Holland, der Schweiz, Italien, Amerika etc., und es ist gewiß ein Triumph unserer vaterländischen Kunstindustrie, daß selbst in Paris und London neben Erard's und Brodwood's Fabrikaten auch die Namen Streicher, Bösendorfer und Seifert et Comp. prangen und sich ehrenvoll behaupten."

Ein knappes Jahr später, im März 1844 lobte Athanasius Groß dann die verbesserte Dämpfung der Fortepiano=Buffets von Seuffert und Seidler, wiederum in einem Artikel in der Wiener Allgemeinen Musik-Zeitung:

"Ich habe bereits im August v.[origen] J.[ahres] unsere Leser auf die ausgezeichneten Fortepiano-Fabrikate der Firma "Seuffert und Seidler" aufmerksam gemacht, und vornehmlich seine Piano-Buffets hervorgehoben, da selbe selbst den ausgezeichneten französischen würdig angereiht zu werden verdienen. Aber sowohl seine als auch alle ausländischen Instrumente dieser Art ließen, um vollkommen zu heißen, eine kräftigere Dämpfung zu wünschen übrig, da sowohl im Einzelnspiele als auch insbesondere in Accorden, der Nachklang sich um so störender ergab, je treffsichere Resonanz und je leichtere Spielart ein Instrument hatte. Da dieser Nachtheil auch meinem Instrumente, so ausgezeichnet dasselbe auch ist, und von den besten Clavierspielern als solches anerkannt wird, anhaftete, so macht ich Hrn. Ed. Seuffert hierauf aufmerksam, und er versprach Abhülfe. Durch eine eigenthümliche, sehr sinnreiche Combination im Mechanismus gelang es ihm nun wirklich, auch dem obangeführten Gebrechen zu begegnen, und es lassen diese zierlichen Salon=Möbel=Instrumente nun selbst dem kritischsten Spieler nichts zu wünschen übrig, übertreffen somit selbst die allgemein berühmten derartigen Fabrikate des Auslandes, worauf deshalb die Kunstfreunde mit dem Beisatze aufmerksam gemacht werden, daß sich jeder von der Wahrheit und Richtigkeit meiner Behauptung im Fabriks=Magazine (Landstraße Nr. 56) überzeugen kann.

1845 erhielt die Firma "Seuffert Sohn und Seidler" auf der 3. Wiener Gewerbsprodukten-Ausstellung für ihre Arbeiten eine Goldene Medaille. Im amtlichen Bericht hieß es dazu:

"Seuffert Sohn und Seidler, Privilegiums=Besitzer und Fortepiano=Fabricanten in Wien:
Flügel und Pianino's mit deutschem, französischem udn englischem Mechanismus, nämlich: einem Flügel in Palisander zu 6 3/4 Oktaven mit Wiener Mechanismus, liegender Dämpfung und 3 Spreizen über den Saiten; einen ganz ähnlichen Flügel in Nußholz; einen Flügel zu 7 Oktaven mit englischem Mechanismus, Metall=Anhängeplatte, barre harmonique und 6 Eisenspreitzen über den Saiten; ein Pianino in Coubaril und zwei Pianino's in Palisander, sämmtlich zu 6 3/4 Octaven mit französisch=englischen Mechanismus, wovon eines in dem für Seine Majestät bestimmt gewesenen Salon aufgestellt war.
Alle diese Instrumente nahmen sowohl hinsichtlich der Arbeit als des Tones den ehrenvollsten Platz ein. Man fand die Ausstattung, namentlich an dem englischem Flügel und an dem im Kaiser=Salon aufgestellten Pianino, welche nach besonderen Zeichnungen angefertigt waren, prachtvoll, und die eben genannten zwei Instrumente unter den übrigen von Einsendern exponirten Erzeugnissen als die ausgezeichnetsten.
Die Firma Seuffert und Seidler ist seit langer Zeit wohlbekannt, indem sich Seuffert's Vater bereits vor 34 Jahren, Seidler vor 17 Jahren und Seuffert der Jüngere etwas später etablirten. Wenn schon vor dem Beitritte des Letzteren die frühere Unternehmung eine wegen ihrer guten Arbeit sehr geschätzte war, so ist es doch nicht zu verkennen, daß Seuffert der Jüngere, welcher längere Zeit in Paris, London und andern Hauptstädten verweilt und sich mit den Verbesserungen der Neuzeit bekannt gemacht hatte, dieser Unternehmung ein blühenderes Gedeihen verschaffte. Es ist dies in der Zeit eines so mächtigen Umschwunges dieses Industrie=Zweiges um desto beachtenswerther, jemehr jeder Stillstand in demselben als ein Rückschritt zu betrachten ist. Der Geschäfts=Betrieb der Aussteller ist sehr bedeutend, und die Versendung der Erzeugnisse findet zum großen Theile nach dem Auslande Statt. Die Aussteller erhielten wegen ihrer ausgezeichneten Leistungen, wegen ihres bedeutenden Geschäfts=Betriebes und bewirkten Absatzes im Auslande die goldene Medaille." (zitiert nach: Zeitung für Orgel-, Clavier- und Flügelbau ..., hg. von Dr. Carl Hartmann, 2. Band, Weimar 1853, S. 24)

In ihrer Ausgabe vom 24. April 1847 widmete die Wiener Allgemeine Musik-Zeitung der nunmehr "Seuffert et Sohn" genannten einen ausführlichen Artikel auf der Titelseite. Von Johann Seidler ist also keine Rede mehr:

"Seuffert et Sohn, k. k. ausschl. priv. Fortepianofabrik in Wien, (neue Wieden, Wienstraße Nr. 817)
Es hat sich die Firma Seuffert et Seidler schon in früherer Zeit einen vortheilhaften Ruf in der musikalischen Welt erworben (dieselbe besteht bereits durch 36 Jahre); einen bedeutenden Auffschwung aber erhielt dieses Geschäft durch Hrn. Eduard Seuffert der vor beiläufig 4 Jahren als Compagnon seines Vaters eintrat, nachdem er früher durch sieben Jahre auf Reisen, sich eine ausgebreitete Geschäftskenntnis dadurch erworben, daß er die Eigenthümlichkeiten fremder Fabrikate kennen gelernt und in den ersten Pianofortefabriken von Paris, London, Brüssel, Lüttich u. a. gearbeitet hatte*) Der wohlthätige Einfluß, welchen dieser auf die Pianoforte-Fabrik ausübte, machte sich sehr bald bemerkbar, denn bei der immer größeren Vervollkommnung der Erzeugnisse ward auch der Ruf ein mehr verbreiteter, bis denn bei der im Jahre 1845 in Wien stattgehabten österreichischen Industrie-Ausstellung die Firma Seuffert et Sohn für ihre Verdienste um die Instrumenten-Fabrikation im Allgemeinen, und insbesondere in Anbetrachte der dabei exponirten sechs als vortrefflich anerkannten Instrumente mit der goldenen Medaille ausgezeichnet wurde. Die Aufmerksamkeit des Publikums und der Clavierspieler lenkte sich dadurch um so mehr auf diese Instrumenten-Fabrik und setzte ihre Inhaber somit in den Stand das Geschäft immer mehr zu vergrößern und zuletzt mit den ersteren Etablissements derart in Concurrenz treten zu können.
*) Wir verweisen in Bezug aus die Wirksamkeit des Hrn. Eduard Seuffert auf einen in diesen Blättern unter der Rubrik: „Gallerie von Meistern, die sich um die Musikinstrumente verdient gemacht haben" veröffentlichten Aufsatz über diesen tüchtigen Geschäftsmann (Nr. 103 vom 29. August 1843 III. Jahrgang). Es theilt dieser Aussatz auch zugleich einige geschichtliche Daten über diese geachtete Jnstrumenten-Fabrik mit. d. R.
Es beläuft sich nunmehr die Zahl ihrer Arbeiter im Hause selbst abwechselnd auf 20 bis 30. Dieselben verfertigen Alles was zu einem vollständigen Instrumente gehört, bis auf die Arbeiten für Schlosser, Saitenzieher, Stiftenmacher, Broncearbeiter, Beinschneider etc. wodurch wieder 10-15 auch mitunter 20 Personen beschäftigt werden. Es wird in Folge dessen im hause vom rohen Corpus des Fortepiano bis zur feinsten Schildkröten- und Bullarbeit von der kleinsten Einzelnheit der einfachen deutschen bis zur complicirtesten französischen oder englischen Mechanik Alles angefertigt.
Die Anzahl der im Verlaufe eines Jahres verfertigten Pianos beträgt, je nachdem sie von höherem Werthe, oder einfacherer Gattung sind und mithin mehr oder weniger Zeit und Arbeit erfordern 90 bis 120 Stück. Die Gattung der Instrumente, welche die Fabrik erzeugt, sind:
1. Flügel-Fortepianos in allen Holzgattungen mit deutscher, französischer und englischer Mechanik.
2. eine ungewöhnlich kleine Gattung Stutzflügel mit englischer Mechanik.
3. Eine niedrige Gattung Pianos, beiläufig nach dem in diesen Blättern erwähnten Pape'schen Piano consuole konstruirt.
4. Eine höhere Gattung derselben mit sehr starkem Tone von welcher soeben ein besonders schönes Pracht-Exemplar für ein fürstliches Haus in Arbeit ist. Dasselbe wird in elegantester Schildkröt-, Bull- und Bronce-Arbeit mit Figuren etc. ausgestattet und in Verbindung mit einer Physharmonika gesetzt, die sowohl einzeln, als zugleich mit dem Pianoforte gespielt werden kann. Auch ist der äußerst werthvolle Kasten derart gebaut, daß man durch angebrachte Schienen den eigentlichen Pianocorpus gleichsam von seiner Hülle entbinden kann, wodurch es leicht ist, das innere Werk, wenn es dereinst durch Abnützung oder mit dem Zeitgeiste fortschreitende Verbesserungen nicht mehr vollkommen genügen sollte durch ein neues zu ersetzen, ohne daß der Werth als Pracht-Meubel darunter leidet.
5. Werden auch zum Theil Pianino's mit Transpositions-Mechanik gebaut, welche den Zweck hat, durch Verschiebung der Claviatur und Aushebung der Mechanik die Stimmung des ganzen Instrumentes auf höchst einfache Weise um einen halben oder ganzen Ton, selbst um 2 Töne höher oder tiefer zu stellen, was für Sänger besonders von großem Vortheil ist, da nicht jeder im Nothfalle die Begleitung schnell in eine andere Tonart zu transponiren vermag, was durch diese Verschiebung augenblicklich erreicht ist. Obgleich dieß System kein neues mehr, so läßt es sich doch zweckmäßig nur bei verkehrt gebauten Flügeln anwenden, (wo nämlich der Hammer von oben nach unten schlägt) weil bei den gewöhnlichen die Zwischenräume für die bei freiliegenden Stimmstöcken zur Stimmhaltung nöthigen Eisenspreitzen, das Verschieben fast unmöglich machen und auch das Stimmen dadurch sehr erschwert wird. Nur bei der Form der Pianinos läßt es sich anbringen, ohne daß in irgend einer Hinsicht ein Nachtheil zu besorgen ist, um so mehr als das Ganze nur eine höchst einfache Vorrichtung erfordert *).
*) Die von Hrn. Seuffert gemachte Verbesserung dieser und unter 4. angeführten Gattungen der Instrumente ist in Nr. 27, vom 2. März 1844 IV. Jahrg. dieser Musik-Zeitung ausführlich erwähnt worden. d. R.
Die Versendungen der Instrumente aus Seuffert's Fabrik sind meistens durch Übereinkunft abgeschlossen, eine bestimmte Anzahl jährlich zu liefern; sie gehen nach Rußland, Pohlen, Mähren, Schlesien, Ungarn, Italien, Spanien, der Türkei und Wallachei etc.; nach dem außerösterreichischen Deutschland, nach Belgien, der Schweiz etc. ist die Concurrenz zu groß, um den Handel als bedeutend in Anschlag bringen zu können; so wie auch die Weiterversendungen nach Amerika, Indien, seit 2 Jahren selbst nach China blos im Spekulationswege durch Kaufleute jedoch nicht directe geschehen.
Die Preise der von Seuffert et Sohn erzeugten Instrumente sind nach Verhältniß ihres mehr oder minder complicirten Mechanismus und ihrer verschiedenen äußeren Ausstattung von 300 bis zu 700 fl. CM. festgestellt, welche bei der Vortrefflichkeit der Instrumente in Bezug auf Tongehalt, Dauer und schöne geschmackvolle Ausstattung billig erscheinen durften. C. Sch..."
[= Constantin Scharf]

Über das erwähnte Piano mit Physharmonika für den Fürsten von Liechtenstein erschien dann am Freitag, dem 18. Juni 1847 in der Zeitschrift "Die Gegenwart. Politisch-literarisches Tagsblatt" (Dritter Jahrgang 1847, Nr. 139) folgende Meldung:

"(Das Prachteremplar von einem Piano) welches, wie die „Gegenwart" bereits berichtet, in der sehr berühmten Klavierfabrik des Hrn. Seuffert und Sohn verfertigt wurde, ist gestern nach seinem Bestimmungsorte, dem prachtvollen Palais Sr. Durchlaucht des regierenden Fürsten, Herrn Alois von Liechtenstein zugeführt worden. Dieses Piano, welches noch mit einer Fisharmonika verbunden ist, ist das herrlichste und vortrefflichste Meisterwerk, welches hier in diesem Fache erzeugt wurde. ES ist nicht nur der äußere zierliche Schmuck, der dasselbe vor Allen andern auszeichnet, sondern auch der Silberklang und die Reinheit der Töne, die man aus diesem Instrumente hervorzaubern kann. Zudem hat dieses prachtvolle Meisterwerk den Vorzug, daß das Instrument, im Falle es mit der Zeit verdorben wird, herausgenommen, und durch ein anderes ersetzt werden kann. Hr. Eduard Seuffert, durch dessen eminente, allseitige Geschäftskenntniß seine Fabrik einen ungewöhnlichen Ruf erlangte, hat dadurch gezeigt, daß er die Konkurrenz der berühmten ausländischen Fabriken nicht zu scheuen habe. Wir haben schon auf mehre Erard'sche Flügel spielen gehört, müssen aber gestehen, daß diese mit dem fraglichen Piano des Hrn. Eduard Seuffert keinen Vergleich aushalten." (Die Gegenwart. Politisch-literarisches Tagsblatt, 3. Jahrgang 1847, Nr. 139) 

Als Martin Seuffert nur einen knappen Monat später am 3. Juli 1847 verstarb, hinterließ er die Firma seinem Sohn Eduard als Alleininhaber. Eduard führte in der Produktion das Prinzip der arbeitsteiligen Fertigung ein und signierte seine Instrumente zunächst mit "Seuffert Sohn", später mit „Eduard Seuffert“.

Auf der 1. Londoner Industrie-Ausstellung 1851, der sogenannten "Great Exhibition", die als erste Weltausstellung gilt, vertrat Eduard Seuffert zusammen mit Joseph Schneider, Friedrich Hoxa, Johann Pottje und Johann Vlasky als einer von insgesamt nur fünf Ausstellern den österreichischen Klavierbau. Er präsentierte ein Pianino mit Transpositions-Vorrichtung:

"Seuffert hat ein wunderschön verziertes Pianino ausgestellt, dreisaitig, von vortrefflicher Mechanik und mit einer Transpositionsvorrichtung versehen, welche durch Drehung der an der rechten äußeren Claviaturbacke befindlichen Schraube nach rechts oder links mittelst des beigegebenen langen Stimmschlüssels die Claviatur unter andere Hammerkopftheile verschiebt, wodurch beim Anschlagen derselben Taste der höhere oder der tiefere Ton erklingt. Damit jedoch nicht weiter verschoben wird als unbedingt nöthig ist, so sind an der inneren Claviaturseitenbacke erhabene gelbe Stifte angebracht, welche die richtige Stellung der Claviatur dadurch anzeigen, daß auf jeder Seite gerade die Hälfte des gelben Knöpfchens sichtbar sein muß." (Joseph Fischhof: Versuch einer Geschichte des Clavierbaues. Mit besonderm Hinblicke auf die Londoner Große Industrie-Ausstellung im Jahre 1851, nebst statistischen darauf bezüglichen Andeutungen sc. Wien 1853. Reprint, Frankfurt 1998, S. 117f.)

1853 veröffentlichte die Niederrheinische Musik-Zeitung einen Korrespondentenbericht aus Wien, in dem die Instrumente Seufferts mit denen der berühmten Klavierfabrikanten Streicher und Bösendorfer nicht nur gleichgestellt, sondern zudem als haltbarer beschrieben werden:

"[...] Eben gestern war auch in dem Salon des Pianoforte-Fabricanten Seuffert ein Abend-Concert, deren derselbe im Laufe des Winters mehrere zu arrangiren gedenkt [...] Man weiss natürlich, warum ein Pianoforte-Fabricant hauptsächlich solche Concerte veranstaltet; indessen muss man auch gestehen, dass der ausnehmend schöne, klangvolle Ton des Instrumentes seiner Firma sehr zur Empfehlung gereichte, und ich wünschte sehr, dass die Erzeugnisse dieses Meisters sowohl, als die unseres trefflichen Schneider immer weitere Anerkennung finden, welche letztere namentlich gegenwärtig nicht nur an innerer und äusserer Schönheit denen von Streicher und Bösendorfer gleichkommen, sondern sie an Solidität und Dauerhaftigkeit überdies unbedingt übertreffen, wofür ich die untrüglichsten Belege kenne." (Niederrheinische Musik-Zeitung für Kunstfreunde und Künstler, hg. v. L. Bischoff, I. Jahrgang, Nr. 21, Köln, 19.11.1853, S. 164)

Bei der allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung 1854 in München erhielt Eduard Seuffert "... wegen Herstellung von flügelförmigen Pianos von außerordentlich großem und schönen Tone" eine Große Denkmünze - die höchste Preiskategorie, die nur dreimal vergeben wurde. Die ausgestellten Instrumente Seufferts wurden von Karl Emil von Schafhäutl, einem Mitglied der Beurteilungskommission, in seiner 1855 veröffentlichten Schrift "Die Pianofortebaukunst der Deutschen" eingehend besprochen. Dabei erwähnt er zunächst einen Flügel mit Erard-Mechanik:

"...Zwischen diesen beiden stand ein Flügel von Eduard Seuffert in Wien (Nr. 3417). Auch dieser Fabrikant hatte sich starken vollen Ton zur Aufgabe gemacht. Der Ton war dabei etwas in französischer Weise scharf gehalten. In Hinsicht auf Gleichförmigkeit der Scala blieb wohl etwas zu wünschen übrig. Arbeit an Kasten und Mechanik ausgezeichnet. Das Spiel etwas zäh. Preis 1200 fl. [= Gulden]
(Karl Emil von Schafhäutl: Die Pianofortebaukunst der Deutschen. Repräsentiert auf der allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung zu München im Jahre 1854. Aus dem Berichte der Beurtheilungs-Commission über die musikalischen Instrumente verfaßt von Dr. Schafhäutl, Conservator und Professor. München: Verlag von Georg Franz 1855.)

Weiter unten beschreibt Schafhäutl drei Seuffertsche Flügel mit einer speziellen Stoßzungenmechanik:

"Die schon einmal genannte Firma Ed. Seuffert aus Wien hatte neben dem schon erwähnten mit Erard'scher Mechanik noch drei Flügel im Preise zu 1000, 500 und 440 fl. ausgestellt. / Bei der hier angewendeten neuen Claviermechanik war die Stoßzunge in der Hammernuß eingelenkt und unten durch Stoß an eine Schraube mit Pelotenkopf beim Heben des Tastenendes sich selbst auslösend. Seuffert hatte vorzüglich auf großen Ton hingearbeitet und unter den Flügeln mit sogenanntem großen Ton, wobei, wie wir schon oben gesagt, Carl Schmidt aus Pest an der Grenze steht, über welche man wohl nicht hinauskann, war Seufferts Ton unter allen sogenannten großen der schönste, klingendste, also freieste, nämlich in seinen Schwingungen der ungestörteste. Soll überhaupt ein großer Ton, ein noch größerer als der der englischen Pianos gutgeheißen werden, so kann es bis jetzt nur der Seuffert'sche sein, und dieß war auch Motiv für die Zuerkennung der großen Denkmünze an diese Firma. / Bei Anwendung eines so großen Tones indessen läßt sich deßhalb in gleichem Verhältnisse das ganze Clavier nicht mehr durchführen, die Saiten werden in den höheren Octaven zu kurz, und desto kürzer, je dicker oder stärker die Saiten genommen werden, und der Spieler muß sich mit der linken Hand gehörig zu mäßigen verstehen, wenn die Discantpartieen seines Spieles nicht vom Basse in Schatten gestellt werden sollen. / Die Arbeit war durchaus schön, fleißig und rein, selbst bei Clavieren vom niedersten Preise."

Außerdem hatte Seuffert ein aufrechtes Cabinet-Piano für 3500 Gulden ausgestellt, wobei der hohe Preis "von dem in der reichsten Buhlarbeit ausgeführten Kasten" herrührte, den Schafhäutl schon in der Wiener Ausstellung gesehen zu haben glaubte. In der Aufzählung gegenwärtig hervorragender Klavierbauer in Österreich nennt Joseph Fischhof Seuffert gleich neben den Firmen Streicher, Bösendorfer und Schweighofer

Als Eduard Seuffert am 6. September 1855 in Wien starb, veröffentlichte die Niederrheinische Musik-Zeitung für Kunstfreunde und Künstler am 29. September 1855 einen Nekrolog (Band 3, Nr. 39, III. Jahrgang):

"Eduard Seuffert. / (Nekrolog.) / Wieder haben sie einen trefflichen Mann zu Grabe getragen! Eduard Seuffert, Fortepiano-Fabricant in Wien, ist am 6. September d. J. im kräftigsten Mannesalter, 38 Jahre alt, nach kurzer Krankheit gestorben. Durch unermüdeten Fleiss und Eifer hatte sich SeufTert zu einem der ersten Industriellen der Residenz emporgeschwungen und sein Geschäft auf eine seltene Stufe der Vollkommenheit zu bringen gewusst, so zwar, dass er den berühmten Firmen dieses Geschäftszweiges, Bösendorfer und Streicher, gleichgestellt werden musste. Die Trefflichkeit seiner Instrumente, im verflossenen Jahre in der Münchener Industrie-Ausstellung durch Verleihung der ersten Preis-Medaille anerkannt und gewürdigt, hat sich auf das glänzendste bewährt, und nicht nur nach allen Richtungen Deutschlands, sondern bis nach America war der gute Ruf seiner Firma gedrungen und sicherte ihm zahlreiche Bestellungen. Seine Fabrik, von ihm selbst geleitet, ist tüchtig organisirt und grossartig angelegt. Die Ausdehnung, die sein Geschäft in letzterer Zeit erhalten, bestimmte ihn, eine Erweiterung desselben vorzunehmen; allein der unerbittliche Tod vernichtete seine Pläne, und es muss nun Anderen vorbehalten werden, sein schönes Unternehmen au Ende zu führen. An seinem Sarge trauert seine Gattin mit vier unmündigen Kindern. Alle, die Eduard Seuffert kannten, betrauern in ihm einen wackeren, edeln Mann, dessen Eifer und Fleiss, Streben nach Vollkommenheit unermüdlich war, und der namentlich arme Künstler mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln unterstützte. Die allgemeinste Theilnahme sprach sich bei seinem am 9. d. Mts. Statt gehabten feierlichen Leichenbegängnisse aus, und diese mag für die trostlosen Hinterbliebenen eine kleine Linderung ihres Schmerzes sein. (N. W. M.-Z.)" (Niederrheinische Musik-Zeitung für Kunstfreunde und Künstler, hg. v. L. Bischoff, III. Jahrgang, Nr. 39, Köln, 29.09.1855)

Nach Eduards Tod führte seine Witwe Rosa Seuffert das Geschäft weiter, und die Neue Wiener Musik-Zeitung berichtet im August 1856 über ein Konzert in Baden, bei dem ein Seuffert-Flügel gespielt wurde:

"Bei der von Hrn. Saphir in Baden veranstalteten Akademie, wovon ein Theil zu wohltätigen Zwecken bestimmt war, spielte Frl. Rosa Kastner, die liebenswürdige Pianistin, die Baden zu ihrem dießjährigen Sommeraufenthalte gewählt hat, die Liszt'sche "Illustration des Propheten" mit jener bezaubernden Schwungkraft und charakteristischen Feinheit, die alle ihre Leistungen auszeichnet und ihr eine der obersten Stellen unter den Klavier-Virtuosen sichert. Frau Czillag und Hr. Ander sangen Lieder. Frl. Kastner wurde oftmals vom lautesten Beifalle unterbrochen und wiederholt gerufen. Sie bediente sich zu ihrem Vortrage eines äußerst klangvollen Flügels aus der bekannten Fabrik der Frau Seuffert." (Neue Wiener Musik-Zeitung, 5.  Jahrgang, Nr. 37, 21. August 1856)

1857 heiratete Rosa Seuffert den Klavierbauer Friedrich Ehrbar, der schon seit 1849 Geschäftsführer ihres Betriebes war. Unter seinem Namen wurde das Unternehmen schließlich zu einem der bedeutendsten österreichischen Klavierhersteller. Die Firma Ehrbar bestand noch bis in die 1980er Jahre.


Instrumente

Bisher sind mir folgende Instrumente von Martin und Eduard Seuffert bekannt, die sich bis heute erhalten haben:


Ein Giraffenflügel von Martin Seuffert im Kunsthistorischen Museum Wien: Das Instrument stammt aus der Zeit zwischen 1811 und 1819. Auf einem metallgerahmten Porzellanschild trägt es die Signatur: "Erfunden von / Martin Seuffert / in Wien". 

Auf dem Stimmstock findet sich eine Kupferstichvignette mit folgendem Text: "Privileg. Instrumenten Fabrick des / Martin Seuffert / Miterfinder der aufrecht stehenden Forte-Piano's / wohnt auf der Wieden in der Alleegasse / im Schmöllerischen Hause No. 75 u. 76. / in Wien". Darunter finden sich fünf kleine Illustrationen mit den Bezeichnungen: "Forte=Piano / en Giraffe", "Apollo= / Forte=Piano", "Pyramiden= / förmiges F. P.", "Schrank= / förmiges F. P." und "Harfen= / förmiges F. P." Unter den Abbildungen steht außerdem noch: "Die Gestalt der Flügel F. P. ist ohnehin bekannt"

Forte-Piano
en Giraffe
Apollo-
Forte-Piano
Pyramiden-
förmiges F. P.
Schrank-
förmiges F. P.
Harfen-
förmiges F. P.

Korpus oben in Volute abschließend in sogenannter Giraffenform. Kirsche furniert. Randeinlagen aus Ebenholz. Oberkorpus durch Tuchrahmen verschlossen. Dahinter über den Saiten ein fichtener Staubboden. Zwei schwarz politierte Spangen am Unterkorpus. Untertasten Bein, Obertasten gebeizte Birne. Höhe 233 cm, Breite 119 cm, Gesamttiefe 55,6 cm, Korpustiefe 28 cm. Hängende Wiener Mechanik mit Hebeldämpfung. Die abgewinkelten Tastenhebel unten in Kanzellen, oben mit Vorderstiften geführt. Rückführfedern an den Hämmern. Umfang F1-f4. Geradsaitiger Bezug. F1-d zweichörig, ab es dreichörig. Die Stimmnägel zu den zweichörigen Saiten liegen im Unterkorpus, die zu den dreichörigen im Oberkorpus. Vier Pedale: links Dämpfungsaufhebung, rechts Verschiebung. Die Wirkung der mittleren beiden Pedale ist nicht mehr feststellbar.


Ein Giraffenflügel in unbekanntem Privatbesitz, auf den Resonanzboden geklebt befindet sich ein Zettel mit der Inschrift "'Priv. Clavier=Instrumenten=Fabrik des Martin Seuffert auf der alten Wieden in der [Al]leegasse, Mithaus [...] Nro. 75 u. 76, Stiege Nro. 3 im [er]sten [Sto]ck rechts.", mit Tinte ist ins Innere geschrieben "A. & M. Ducci/No. 1731". FF-f4, Höhe ca. 231 cm, Breite 118 cm, Tiefe 56 cm, Gehäuse in Ebenholz, Frontdeckel mit roter und goldener Seide behängt, die Stützen unter der Tastatur mit ägyptischen Figuren verziert.

 


Ein Giraffenflügel mit Inschrift: "Erfunden von Wachtl Bleyer & Seüffert in Wien".


Ein Giraffenflügel von Martin Seuffert im Hofmobiliendepot in Wien: Das Instrument ist dem äußeren Anschein nach fast baugleich mit dem Giraffenflügel aus dem Kunsthistorischen Museum. Allerdings hat es nur 3 Pedale. 


Ein Giraffenflügel vermutlich von Martin Seuffert in der Hochschule für Musik Berlin. Das Instrument ist 231 cm hoch und hat fünf Pedale: Forte, NN, Fagott, Una Corda und Trommel.


Ein Hammerflügel von "Seuffert & Seidler", Brandstempel auf dem Wirbelfeld, Umfang von CC-g4.


Ein Hammerflügel von "Seuffert & Seidler", Umfang: CC-g4.


Ein Schrankflügel von "Seuffert & Seidler" in Privatbesitz in Montreal. Umfang CC-g4, fünf Pedale.


Ein Tafelklavier von "Seuffert & Seidler" in politiertem Nussholz:, Breite 128 cm, Tiefe: 60 cm, Korpushöhe: 32 cm.

 


Ein Pianino von "Seuffert & Seidler" (ca. 1845).


Ein Stutzflügel von "Seuffert, Sohn und Seidler", evtl. englische Mechanik.


Ein Hammerflügel von Eduard Seuffert mit der Opusnummer 3341 in meinem Privatbesitz. Das Instrument wurde zwischen 1847 und 1855 gebaut. Auf einem Messingschild mit weißen und roten Perlmutt-Einlagen trägt es die Signatur: "GOLDENE MEDAILLE / SEUFFERT SOHN / AUSSTELLUNG 1845 / K. K. AUSSCHL. PRIVILEGIUM". Auf dem Resonanzboden befindet sich ein Stempelaufdruck mit dem Text: "E. Seuffert / IN / WIEN / Goldene Medaille / OP. 3341"

Gehäuse Nussbaum furniert. Drei sechskantige Beine mit Laufrollen. Pedallyra. Untertasten Bein, Obertasten ursprünglich gebeizte Birne. Länge 225 cm, Breite 130 cm, Gesamthöhe 920 cm, Korpushöhe 370 cm. Wiener Mechanik mit Hebeldämpfung. Umfang C1-a4. Geradsaitiger Bezug. CC-HH zweichörig umsponnen, C-a4 dreichörig blank. Drei Eisenspreizen. Zwei Pedale: Verschiebung, Dämpfungsaufhebung.

Das Instrument wurde von Paul-Gerhard Maßbaum (Siegen) restauriert. Er musste für den Flügel einen neuen Stimmstock bauen, weil der alte gerissen und unbrauchbar war. Erneuert sind auch die Saiten - mit weichem Röslau-Draht aus den 1970er Jahren. 


Ein Hammerflügel von Eduard Seuffert in Privatbesitz in Wien: Der Flügel ist um 1855 gebaut, 231 cm lang, in Nussbaum mit Wiener Mechanik und zwei Pedalen. Nähere technische Details sind mir nicht bekannt. Das Instrument ist noch unrestauriert und steht zum Verkauf.


Ein Hammerflügel von Eduard Seuffert (Opus 4339) in Privatbesitz in Hainburg an der Donau (Österreich): Der Flügel ist um 1855 gebaut, in Nussbaum mit Wiener Mechanik und zwei Pedalen. Nähere technische Details sind mir noch nicht bekannt. Das Instrument ist noch unrestauriert und steht zum Verkauf.


Ein Hammerflügel von Eduard Seuffert (Opus 4391) in Privatbesitz in Tschechien. Baujahr um 1855, Umfang AAA-a4. Nähere technische Details sind mir noch nicht bekannt. Das Instrument ist noch unrestauriert.

Eduard-Seuffert-Op-4391


Ein Hammerflügel von Eduard Seuffert befindet sich im Klavieratelier von Gert Hecher in Wien: 235 cm, um 1855 gebaut, in Nussbaum, Wiener Mechanik, zwei Pedale, Eisenplatte. Das restaurierte Instrument wird für 18.000 EUR zum Verkauf angeboten.


Ein Hammerflügel von Eduard Seuffert, Opus 4464, Länge ca. 230 cm (um 1855)


 

Ein weiterer Hammerflügel von Eduard Seuffert befindet sich in Privatbesitz in Rumänien. Der Flügel ist ebenfalls um 1855 gebaut. Nähere technische Details sind mir noch nicht bekannt. Das Instrument ist noch unrestauriert.


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© November 2006
zuletzt aktualisiert am 21.12.11
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