Das zerbrochene Ringlein.
Wittrichs letzter Fall.

Ein Provinzkrimi
von Burkhart M. Schürmann

(Copyright beim Autor)

 

 

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Freitag, 19. Juni
   Vormittags im Bioladen und in der Klavierwerkstatt

Am nächsten Tag, also am Freitag nach dem Schwedensonntag, hat der Wittrich sich vormittags erst einmal auf den Weg zum Bioladen in der Kulmbacher Straße gemacht, denn da gibt es ja freitags immer so besonders gesunde Sachen zum Probieren, und das hat der Wittrich sich nicht entgehen lassen, auch wenn er eigentlich fast nie etwas von diesen besonders gesunden Sachen gekauft hat, denn dazu haben ihm einfach die Nerven gefehlt, weil – in diesem Bioladen gibt es nämlich nicht nur besonders gesunde Sachen, sondern man braucht auch wirklich besonders gesunde Nerven, wenn man etwas einkaufen will, denn die Kassiererinnen in diesem Bioladen leben einfach in einer ganz anderen Welt, und diese Welt ist sicher auch viel gesünder als unsere normale Welt, weil – die Kassiererinnen in diesem Bioladen haben alle so die Ruhe weg, dass der Wittrich immer fast wahnsinnig geworden ist, wenn er da etwas einkaufen wollte und dann immer ewig in der Schlange an der Kasse gestanden ist, weil die Kassiererinnen so die Ruhe weg haben, dass sie die Kunden immer wieder ganz freundlich angucken, während sie die Waren ganz ruhig und oft auch mehrmals über die Kasse ziehen, weil es beim ersten Mal nicht gleich piep gemacht hat, und das hat der Wittrich immer kaum ausgehalten vor lauter Ruhe und Freundlichkeit, und das, obwohl er ja eigentlich alle Zeit der Welt gehabt hätte, aber das ist eben nur die Zeit von unserer normalen Welt gewesen und nicht die Zeit von dieser anderen Welt, in der die Kassiererinnen in diesem Bioladen leben.

An diesem Freitag nach dem Schwedensonntag hat es im Bioladen dann Dinkel-Pfannkuchen zum Probieren gegeben, und der Wittrich hat ganz gut zugeschlagen und sich genau alles erklären lassen und natürlich auch die verschiedenen Sorten von dem Apfelmus ausprobiert, das es zu den Dinkel-Pfannkuchen gegeben hat, und als er einigermaßen satt gewesen ist, weil – ältere Menschen brauchen ja nicht mehr so viel zu essen, bevor sie satt werden, und deshalb ist es jetzt auch gar nicht so aufgefallen, dass der Wittrich sich an den paar Dinkel-Pfannkuchen mit Apfelmus eigentlich schon satt probiert hatte, da hat er sich noch einen Capuccino an der Backtheke geholt und sich vorne auf einen der gepolsterten Stühle am Schaufenster gesetzt, wo sie ja so eine Art kleines Café eingerichtet haben, das eigentlich ganz gemütlich ist, wenn man nicht gerade noch schnell etwas Dringendes einkaufen muss und keine Zeit hat, sondern sich noch gemütlich ein paar Minuten hinsetzen kann, und das ist natürlich auch schon wieder ein bisschen widersprüchlich am Wittrich gewesen, dass er zwar einerseits keine Zeit gehabt hat, sich in die Schlange an der Kasse zu stellen, um etwas einzukaufen in diesem Bioladen, aber dass er andererseits doch noch genug Zeit gehabt hat, sich gemütlich mit einer Tasse Capuccino vorne ans Schaufenster zu setzen. Aber vielleicht hat das auch einfach nur daran gelegen, dass er den Leuten gerne zugehört hat, wie sie sich miteinander unterhalten, denn der Wittrich ist ja so ein Typ gewesen, der schon immer lieber zugehört hat als dass er selber redet, und an diesem Freitag nach dem Schwedensonntag hat der Wittrich insofern wirklich Glück gehabt, weil da vorne am Schaufenster nämlich zwei Frauen gesessen sind, die sich miteinander unterhalten haben, und so konnte sich der Wittrich ganz unauffällig daneben setzen, sein Hörgerät hochdrehen und ein bisschen zuhören. Aber das Gespräch der beiden Frauen ist dann ungefähr so verlaufen, und der Wittrich hat sich ganz schön konzentrieren müssen, um etwas zu verstehen:

– „… unn kannä wass, wiis weidä giä soll!“

– „Wassda, woss iich su oarch find? Dassa unra Männe suu long hiikhaldn homm! Meinä hodd jo biss zeletzt nuch khofft!“

– „No woss maansda, wi öft iich mein Moo scho ksocht hou, dess ää sich nouch irchnd woss annesch ummsää soll, ouber dää wolld ja niä höö …“

– „Miä homm hald alla zwa gmaant, ess wädd scho widde…“

– „Nex wädd widde! Mei Moo is eddse zwaarafuchzich woan, maanst velleicht, dää find nuch woss annesch?“

– „Ich wass scho, ich wass! Meinä hodd aa scho üübe fümwazwanzich Bewärrbung kschriim – Einloadung khumma iss kaa aanzicha!“

– „Di Beedra socht, iä Mooh duud sich ohms blouß nuch nei di Wäddschaft höggn, anschtat sein Ohsch houchzekriing und sich aa annera Ärbett ze suchng…“

– „Oabe ess iss aa zem Vezweifln! Dou in Groonich finnsda aa nex Gscheitz. Dou müssesda scho auf Nürnbärch foah, und dess aa an jejden Douch!“

– „No, woss willsdn sünst mach? Oude koust du dich velleicht vooschdäll, wu annesch ze woona wi in Groonich?“

– „Naa, dess wää nex fe miich! Unn su a Umzuuch is fei aa niä billich! Wi söll sich dess unne aans leisdn könn?“

– „Dou froogsda dich fei, öbs üübehapst nuch aane durchbliggd von dännena houchbezouldn Männädschä dou uom inn iira schiggn Bürros…“

– „Und unnera Bollidiggä schdäggn aa enn Kuopf nein Sood. Dou könnsda neischloah!“

– „Mich döhds aa niä wunnän, wenn dou amoll aans voo unnra Männe Ammogg laafn döhd, wie sälle Schüüle in Ärrfutt oudä in Winnenden …“ Da hat die andere lachen müssen:

– „Ach woss, di könna doch goa niä midd aana Bissdouln umgiä, suu daab wiissa sich aa manchäsmoll ooschdälln!“ Aber die eine ist ganz ernst geblieben:

– „Ich souchs dich, es giibt fei annä Möglichkeidn aa!“ Trotzdem hat die andere weiter gelacht:

– „Ach, geh zuu! Unra Männä senn doch Schouf. Die bläägn velleicht, oubä di beißn niä!“ und da hat dann die eine geseufzt und gesagt:

– „Also müss mäss woul ärdrouch, wiis iss…“, und dann hat sie noch einmal geseufzt und auf die Uhr geguckt und gesagt, dass sie jetzt nach Hause muss und Essen machen, und dann ist sie aufgestanden und hat ihre Tasche genommen und gefragt:

–„Miä sään uns Sunndouch, bei di Beedra?“ und die andere hat gesagt:

– „Ajou, bis Sunndouch bei di Beedra!“ und dann ist sie auch aufgestanden und hat ihre Tasche genommen und ist der anderen hinterher gegangen. Der Wittrich ist allerdings noch ein Weilchen sitzen geblieben und hat darüber nachgedacht, worüber sich die beiden Frauen wohl unterhalten haben könnten, und dann hat er schließlich seinen Capuccino ausgetrunken und ist auch aufgestanden und gegangen.

Auf dem Rückweg vom Bioladen ist der Wittrich dann noch in die Pfählangerstraße eingebogen und hat in der Werkstatt vom Franz Kretzschmar vorbeigeschaut, denn der hatte ihn am Sonntag ja eingeladen, sich einmal das alte englische Tafelklavier anzusehen, das er die Woche vorher zum Restaurieren reinbekommen hatte, und als der Wittrich jetzt am Eingang zur Werkstatt geklingelt hat, da war der Franz Kretzschmar auch tatsächlich gerade dabei, einen Riss im Resonanzboden auszuspänen, und deshalb hat der Wittrich erst einmal zugeschaut, wie der Franz Kretzschmar den Resonanzboden ausgespänt hat, bevor sich die beiden dann noch den Rest von dem Instrument angesehen haben, also das schöne Gehäuse aus Mahagoniholz und die alten Saiten aus handgezogenem Eisendraht und die Wirbel und schließlich die Mechanik, die zwar in keinem guten Zustand mehr gewesen ist, aber dafür ein schönes Beispiel für eine frühe englische Mechanik mit Stoßzungen und Auslösung, und als der Wittrich dann gefragt hat, aus welchem Baujahr genau das Instrument denn wohl stammt, da hat der Franz Kretzschmar ganz feierlich einen der Tastenhebel aus der Halterung genommen und dem Wittrich schweigend hingehalten, und der hat gesehen, dass auf der Seite von dem Tastenhebel mit Tinte in schnörkliger Handschrift die Jahreszahl 1827 geschrieben stand, und da hat der Wittrich die Augenbrauen hochgezogen und anerkennend gebrummt und dann ganz andächtig gesagt, dass das Klavier dann ja schon genau so lange lebt, wie der Beethoven schon tot ist, und da hat der Franz Kretzschmar dann auch die Augenbrauen ein wenig hochgezogen und zustimmend gebrummt und dabei tiefsinnig mit dem Kopf genickt.

Als sie mit dem Angucken des Instruments fertig gewesen sind, hat der Franz Kretzschmar den Wittrich dann gefragt, ob er vielleicht noch Lust auf einen Tee hat, und natürlich hat der Wittrich Lust auf einen Tee gehabt, weil – der Wittrich ist ja nicht nur ein Kaffeetrinker, sondern auch ein Teetrinker gewesen, und so haben sich die beiden dann noch in den Garten bei der Werkstatt gesetzt und sich über dies und das unterhalten, und nach einer Weile ist das Gespräch dann auch noch einmal auf den Schwedensonntag und auf die Stephanie Fehn und den Dr. Schwenglein gekommen, und dabei hat der Wittrich dann erfahren, dass der Dr. Schwenglein nicht nur ein Hobby-Jäger ist, sondern außerdem auch schon seit vielen Jahren Mitglied in der Kronacher Schützengesellschaft, wo wiederum der Franz Kretzschmar bis vor kurzem noch Schatzmeister gewesen ist, und deshalb hat der Franz Kretzschmar den Dr. Schwenglein auch ein bisschen besser gekannt und gesagt, dass er sich schon durchaus vorstellen kann, wie der Dr. Schwenglein die Kira von der Stephanie Fehn abgeschossen hat, obwohl er eigentlich ganz genau gesehen hat, dass das ein Husky gewesen ist und kein Wildschwein, aber dass sich der Dr. Schwenglein eben sicher gedacht hat, dass der Hund gerade wildert und dass man wildernde Hunde ruhig abschießen kann, weil das ja auch so im Jagdgesetz steht, denn der Dr. Schwenglein wäre eben so ein Typ, der immer ganz genau nach den Regeln spielt, auch wenn man damit manchmal auf den Gefühlen anderer Menschen herumtrampelt, und das wäre wahrscheinlich auch der Grund, weshalb er sich in den letzten Jahren in der Schützengesellschaft nicht nur Freunde gemacht hat.

Das hat den Wittrich dann schon noch einmal etwas näher interessiert, was der Dr. Schwenglein so für ein Typ ist und wieso er sich mit den Leuten in der Schützengesellschaft angelegt hat, und deshalb hat der Franz Kretzschmar ihm dann die ganze Geschichte von der Säureharzdeponie erzählt, die in den letzten Jahren einen ziemlichen Wirbel in der Kronacher Schützengesellschaft verursacht hat. Die hatte nämlich während des Zweiten Weltkriegs einen Teil ihres Grundstücks an die Firma Vorreiter verpachtet, und die Firma Vorreiter hat damals Öl für Panzermotoren hergestellt, und wenn man Öl für Panzermotoren herstellt, dann entsteht dabei als Abfall sogenanntes Säureharz, das irgendwo gelagert werden muss, und die Firma Vorreiter hat ihr Säureharz eben auf dem Gelände der Schützengesellschaft gelagert. Und vor ein paar Jahren, also über fünfzig Jahre nach dem Krieg, da hat man plötzlich gemerkt, dass dieses Säureharz irgendwie aus den Behältern ausgetreten und in den Boden eingesickert ist, und weil dieses Säureharz nicht gerade ungiftig ist, hat man befürchtet, dass der verseuchte Boden nun saniert werden muss. So eine Bodensanierung kostet aber natürlich wahnsinnig viel Geld, und mit wahnsinnig viel Geld hat der Franz Kretzschmar nicht nur ein paar tausend Euro gemeint, sondern tatsächlich einen Betrag in Millionenhöhe, und deshalb hat man sich auch nicht nur gefragt, wer so eine Bodensanierung eigentlich bezahlen soll, sondern auch, wer so eine Bodensanierung überhaupt bezahlen kann, denn natürlich hat ja weder die Firma Vorreiter noch die Schützengesellschaft einfach mal so eben einen Betrag in Millionenhöhe auf dem Konto gehabt, und deshalb haben dann viele befürchtet, dass nicht nur die Firma Vorreiter, sondern auch die Schützengesellschaft Konkurs anmelden muss, damit die Bodensanierung überhaupt irgendwie bezahlt werden kann. Die Schützengesellschaft hat dann aber natürlich sofort einen Fachanwalt beauftragt, damit der klärt, ob sie rechtlich überhaupt zur Verantwortung gezogen werden kann, denn schließlich hat sie das Säureharz ja nicht selber in den Boden gekippt, sondern nur das Gelände verpachtet, und außerdem ist das ja damals eine kriegswichtige Angelegenheit gewesen, und für den Krieg sind  schließlich ganz andere verantwortlich gewesen und nicht die Kronacher Schützen, die ja schon seit Jahrhunderten nur auf Scheiben geschossen haben und nicht auf Menschen. Für den Fachanwalt hat die Schützengesellschaft dann erst einmal 15.000 Euro hinblättern müssen, obwohl der auch nur herausgefunden hat, dass die Schützengesellschaft nicht einfach so tun kann, als wäre sie für den Schaden nicht verantwortlich, weil sie ja damals ihr Grundstück nur aufgrund einer staatlichen Anordnung verpachtet hat, denn für diese angebliche staatliche Anordnung hat sich einfach kein Nachweis gefunden, und dieser Fachanwalt hat dann auch herausgefunden, dass die Schützengesellschaft als sogenannter „Zustandsstörer“ auf jeden Fall für die Bodenverseuchung mitverantwortlich ist und dass sie schlimmstenfalls sogar mit ihrem gesamten Vereinsvermögen haftbar gemacht werden kann, und deshalb hat die Schützengesellschaft dann noch einmal 10.000 Euro für eine erste Erkundungsbohrung ausgegeben, weil sie irgendwie gehofft hat, dass die Verseuchung des Bodens doch gar nicht so schlimm ist, wie sie zuerst gedacht haben, und dass eine Sanierung vielleicht gar nicht nötig ist oder wenigstens nicht so schrecklich teuer wird, aber als diese erste Bohrung dann ergeben hat, dass der Boden tatsächlich für mehrere Millionen Euro saniert werden muss, da hat der Dr. Schwenglein den Vorstand der Schützengesellschaft davon überzeugt, dass man besser noch eine zweite Erkundungsbohrung von einer anderen Gutachter-Firma durchführen lassen sollte, weil die Ergebnisse der ersten Bohrung vielleicht gar nicht zuverlässig waren und weil ein anderer Gutachter vielleicht zu einem ganz anderen Ergebnis kommt und weil man mit einer zweiten Erkundungsbohrung ja vielleicht nachweisen könnte, dass eine Sanierung doch nicht in dem Umfang nötig ist, wie es nach der ersten Bohrung den Anschein gehabt hat. Und obwohl eigentlich alle zuerst gesagt haben, dass eine zweite Bohrung rausgeschmissenes Geld ist, weil sie doch nur das Ergebnis der ersten Bohrung bestätigen wird, hat der Vorstand dann tatsächlich eine zweite Bohrung bei einer anderen Firma in Auftrag gegeben und dafür noch einmal 10.000 Euro hingeblättert. Aber die zweite Bohrung hat dann wirklich bloß das Ergebnis der ersten bestätigt, und da haben die Schützen dann natürlich ziemlich laut mit den Zähnen geknirscht und sich furchtbar über die 10.000 Euro geärgert, die sie für die zweite Bohrung aus dem Fenster geworfen haben, aber dann ist außerdem auch noch herausgekommen, dass die Firma, die die zweite Bohrung durchgeführt hat, vor ein paar Jahren einmal ganz zufällig vom Dr. Schwenglein gecoacht worden ist, denn der Dr. Schwenglein ist ja von Beruf ein sogenannter „Business Consultant“, der große Firmen und Konzerne berät, und als herausgekommen ist, dass er eben vor ein paar Jahren ganz zufällig einmal diese zweite Gutachter-Firma beraten hat, da haben natürlich sofort alle gedacht, dass er den Vorstand nur deswegen zu der zweiten Bohrung überredet hat, weil er von dieser Gutachter-Firma geschmiert worden ist. Da kann man sich schon ganz gut vorstellen, dass die Schützen auf den Dr. Schwenglein gar nicht mehr so gut zu sprechen gewesen sind, obwohl der natürlich Stein und Bein geschworen hat, dass er an der ganzen Sache keinen müden Cent verdient hat, und aus seiner Sicht war das ja auch völlig korrekt gewesen, sich noch eine zweite Meinung einzuholen, weil der Dr. Schwenglein ist doch schließlich so ein Typ, der immer ganz genau nach den Regeln spielt. Für die Schützengesellschaft hat es dann jedenfalls noch eine ganze Weile ziemlich übel ausgesehen, bis dann schließlich mit Hilfe vom Kronacher Landrat und vom Wahlkreis-Bundestagsabgeordneten ein Kompromiss gefunden worden ist, bei dem die Schützengesellschaft zwar noch einmal 25.000 Euro für eine dritte Bohrung an das Landratsamt bezahlen musste, aber dafür konnte sie dann für weitere Bodenschutzmaßnahmen nicht mehr zur Kasse gebeten werden. Da haben die Schützen dann zwar noch einmal ziemlich laut mit den Zähnen geknirscht, aber dafür haben sie so wenigstens den Kopf aus der Schlinge ziehen und weiter auf ihre Scheiben schießen können.

Nachdem der Franz Kretzschmar diese ganze Geschichte mit dem Säureharz erzählt hatte, hat der Wittrich dann auf die Uhr geschaut und gesehen, dass er sich auf den Weg ins Bürgerspital machen muss, damit er noch rechtzeitig zum Mittagessen kommt, und deshalb ist er aufgestanden und hat sich für den Tee und für die Geschichte bedankt und hat dem Franz Kretzschmar gesagt, dass er ihm doch Bescheid sagen soll, wenn er mit dem englischen Tafelklavier fertig ist, denn dann würde er es sich gerne noch einmal ansehen, bevor es der Kunde abholt, und das hat der Franz Kretzschmar dann auch versprochen und den Wittrich noch bis zur Tür begleitet und verabschiedet, und der hat noch einen Moment lang überlegt, welchen Weg er jetzt nehmen soll, und dann ist er wieder vor zur Kulmbacher Straße gegangen und hat sie auf dem Zebrastreifen überquert, um dann etwa dreißig Meter später bei der Ampel wieder auf die andere Seite zurückzuwechseln, und während er das gemacht hat, hat er sich wehmütig daran erinnert, wie er früher einfach zwischen den Autos über die Pfählangerstraße gesprungen wäre und nicht so einen dummen Umweg hätte machen müssen.

 

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zuletzt aktualisiert am 14.08.14
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