Das zerbrochene Ringlein.
Wittrichs letzter Fall.

Ein Provinzkrimi
von Burkhart M. Schürmann

(Copyright beim Autor)

 

 

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Donnerstag, 25. Juni
   Vormittags in der Natur und abends im Internet

Am nächsten Morgen, also am Donnerstag, hat dann immer noch nichts Neues vom Dr. Schwenglein in der Zeitung gestanden, und da hat der Wittrich dann beschlossen, dass er heute einmal eine längere Wanderung unternimmt, weil – es ist ja schon wieder so wunderbar sonniges Sommerwetter gewesen, und bei längeren Wanderungen hat der Wittrich natürlich immer ganz wunderbar nachdenken können, und deshalb hat er jetzt nach dem Frühstück seinen Hut genommen und ist losgewandert: vorne aus dem Bürgerspital hinaus und rechts an der Spitalkirche vorbei über die Spitalbrücke, dann wieder rechts, durch die Pfählangerstraße zur Europabrücke, über den Zebrastreifen drüber, wo er auf der anderen Seite noch den Zeugen Jehovas mit der dicken Brille gegrüßt hat, der dort öfter einmal im Rollstuhl sitzt und seinen Wachturm vor sich hin hält, und dann weiter an der Kronach entlang durch das ganze Landesgartenschaugelände, also wieder vorbei am Plessi-Turm, an der Stadtgeschichtspromenade, an der Seebühne, am Spielplatz mit dem Beach-Volleyball-Feld, vorbei am Café Seebühne und am Kletterturm, dann am Überschwemmungsgebiet entlang bis zur Sonnenuhr, wo der Weg so eine Zickzack-Kurve macht, bevor er ein Stückchen bergab geht und unten hinter der Siedlung entlang verläuft, dann am Beierschoder-Gelände vorbei und unter der Südbrücke hindurch, um die Apfelbäume herum und über die kleine Brücke drüber, die über die Rodach führt, kurz bevor sie mit der Kronach zusammenfließt und wo man schon von weitem den Real-Markt sieht, und dann rechts herum, an der Floßlände vorbei weiter und über den sich schlängelnden Weg bis aus dem Landesgartenschaugelände hinaus, dann rechts herum, die paar Meter an der B85 entlang und gleich noch einmal rechts ab nach Neuses, wo es dann kurz vor den Holzwerken auf der Fußgängerbrücke wieder über die Rodach geht, dann links und nach ein paar hundert Metern noch einmal links auf den schmalen Pfad, der zwischen den Häusern und dem Fluss verläuft und dann zu so einem kleinen Damm wird und am Fußballplatz vorbei führt, dann vorbei an der Grundschule und am Stadion, über den Feldweg bis zur Autobrücke bei den AVELO-Werken, unter der Brücke hindurch und auf der anderen Seite die Wegschleife wieder hoch, dann rechts über die Brücke drüber und nach ein paar Metern gleich wieder rechts hinein in den schmalen Asphaltweg, der durch die Felder geht, bis er dann kurz vor Au rechts abbiegt und schließlich am Leßbach entlang zur Krienesschneidmühle führt, und der Wittrich ist tatsächlich diesen ganzen Weg gewandert, Schritt für Schritt und mit vielen Pausen, bis er schließlich mittags völlig erschöpft an der Krienesschneidmühle angekommen ist, wo er dann ein Schnitzel mit Pommes gegessen hat, weil – da konnte man ja damals noch etwas zu essen bekommen, und während der ganzen Zeit hat der Wittrich eine Reihe von Volksliedern vor sich hingesungen, so wie er es früher immer mit der Rosalie gemacht hat, wenn sie wandern gegangen sind, und bei diesen Volksliedern ist jetzt natürlich auch wieder dieses Lied dabei gewesen, das er schon vor anderthalb Wochen im Kopf gehabt hat, als er zufällig mitten in der Nacht jemanden gesehen hatte, der eine Schaufel und mehrere Kisten und ein Bündel Seile und verschiedene andere Dinge in das Haus vom Weißmüller in der Oberen Stadt geschleppt hat, aber auch diesmal hat er schon wieder nicht so genau auf den Text von dem Lied geachtet, und deshalb hat er jetzt auch immer noch nicht die Antworten auf die Fragen gehabt, die ihm inzwischen schon ziemlich aufdringlich im Kopf herumgegangen sind.

Als der Wittrich dann nachmittags wieder im Bürgerspital angekommen ist, da hat er sich natürlich erst einmal hingelegt und von seiner langen Wanderung ausgeruht, aber beim Abendessen hat er dann die Mandy wieder getroffen und hat sie gefragt, ob sie ihm vielleicht noch einmal einen Gefallen tun könnte, und als die Mandy gefragt hat, was das denn diesmal für ein Gefallen sein soll, da hat der Wittrich zuerst ein bisschen herumgedruckst, bevor er dann etwas verlegen gesagt hat, dass er jetzt doch einmal gerne wüsste, was es denn eigentlich mit diesen „Kugeln“ auf sich hat, von denen in letzter Zeit so viel die Rede wäre, wenn jemand etwas nicht weiß und eine bestimmte Information über etwas haben will, und da hat die Mandy natürlich erst einmal ziemlich breit grinsen müssen, bevor sie dem Wittrich dann erklärt hat, dass es da nicht etwa um irgend welche Glaskugeln gehen würde, wie er sie vielleicht noch von den Hexen und Wahrsagerinnen aus alten Kinderfilmen kennt, sondern dass das Wort eigentlich Googeln heißt und von der Suchmaschine „Google“ kommt, mit der man das Internet nach bestimmten Begriffen durchsuchen kann, aber während die Mandy geredet hat, hat sie gleich gemerkt, dass der Wittrich zwar schon irgendwie eine Ahnung davon gehabt hat, was das Internet ist, denn schließlich ist er ja auch ein studierter Physiker gewesen, der sich sein Leben lang mit der technischen Übertragung von Informationen beschäftigt hatte, aber sie hat auch gemerkt, dass dem Wittrich eigentlich gar nicht so richtig klar gewesen ist, wie riesig inzwischen schon die Menge an Informationen gewesen ist, die man im Internet finden kann, und als ihm die Mandy dann erzählt hat, dass man dort nicht nur jedes einzelne Wort finden kann, dass zum Beispiel der Goethe oder der Schiller geschrieben haben, sondern dass es da auch Taufregister für Ahnenforscher, Versandhäuser für Reptilienzüchter, Sprachkurse für Suaheli, Pornofilme für Tierliebhaber, Tauschbörsen für benutzte Unterwäsche und Partneragenturen für Kannibalen gibt, und dass heute praktisch nicht nur jede Firma und jede Partei und jede Kirche und jeder Verein eine eigene Seite im Internet hat, sondern dass inzwischen fast auch schon jeder Privatmensch alles Mögliche über sich und seine Hobbys und seine Liebesbeziehungen und Verdauungsprobleme in das Internet hineinschreibt und so in der großen weiten Welt verbreitet, auch wenn das in der großen weiten Welt eigentlich kaum jemanden interessiert, da ist der Wittrich dann aus dem Staunen ja kaum noch herausgekommen, und irgendwann hat die Mandy dem Wittrich dann angeboten, dass sie ihn doch heute Abend nach ihrem Dienstschluss einmal mit zu sich nach Hause nehmen könnte, wo sie nämlich in ihrem Zimmer einen Computer stehen hat, und mit dem könnte er dann ja auch selbst einmal einen Blick in die große weite Welt des Internets werfen, und das ist jetzt natürlich ein Angebot gewesen, das sich der Wittrich unmöglich durch die Lappen gehen lassen konnte.

Also ist der Wittrich dann tatsächlich etwas später am Abend schon wieder in den alten Golf von der Mandy gestiegen und hat sich diesmal von ihr nach Ziegelerden fahren lassen, wo die Mandy nämlich noch bei ihrer Mutter und ihrem Stiefvater gewohnt hat. Die Mutter hat dann zwar schon ein bisschen komisch geguckt, als die Mandy da plötzlich einen von ihren Pflegefällen durch den Flur und an der offenen Küchentür vorbei in ihr Zimmer bugsiert hat, aber noch bevor sie etwas sagen konnte, hatte ja schon wieder der Stiefvater nach ihr gerufen, wo sie denn bloß mit dem Bier bleibt, und deshalb hat sie sich dann auch nicht weiter eingemischt, als die Mandy den Wittrich in ihrem Zimmer auf ihr Bett gesetzt und ihm erst einmal ein Glas Milch geholt hat, während der Rechner hochgefahren ist. In der Zwischenzeit hat sich der Wittrich dann auch ein bisschen in ihrem Zimmer umgesehen und hat die bunt bemalten Wände bestaunt, die zum Teil mit Postern behängt gewesen sind, auf denen finster dreinblickende Männer mit langen, zottligen Haaren und schwarzer Farbe um die Augen abgebildet waren, und die Ohren, Augenbrauen und Nasen der Männer sind mit verschiedenen Metallgegenständen behängt gewesen, und auf ihren Armen, die sie meistens trotzig vor der Brust verschränkt hatten, da sind zum Teil ziemlich furchterregende Bilder tätowiert gewesen. Zwischen den Postern haben aber außerdem noch bunte Zettel an der Wand gehängt mit verschiedenen Sprüchen darauf, und auch wenn da die Rechtschreibung oder die Grammatik nicht immer ganz einwandfrei gewesen ist, hat der Wittrich doch schmunzeln müssen, was die Mandy so für verrückte Ideen gehabt hat, wenn sie zum Beispiel auf einen Zettel geschrieben hat:

„Mein Nahme ist Zimmer, ORDENTLICHES Zimmer, und ich vertrage keine Nahmensänderung!!!“

Oder auf einem anderen Zettel:

„Mandy, sei nett zu deiner Mutter!
Mandy, hab Verständnis mit deinem Stiefvater!
Mandy, ruf mal deine Oma an!“

Bis die Mandy dann mit dem Glas Milch zurückgekommen ist, ist auch ihr Rechner schon hochgefahren gewesen, und dann hat sie dem Wittrich zunächst einmal die „Google“-Seite gezeigt, bevor sie ihn gefragt hat, wonach er denn jetzt gerne einmal suchen möchte, und da hat der Wittrich dann einen Moment lang überlegt und dann noch einmal unsicher zurückgefragt, ob die Mandy ihm vielleicht erst einmal das Stichwort-Verzeichnis von diesem Internet zeigen kann, und da hat die Mandy wieder gegrinst und ihm noch einmal erklärt, dass das Internet ja nicht einfach nur ein Lexikon ist, sondern dass man da praktisch einfach so nach jeder beliebigen Zeichenfolge suchen kann, die irgendwer einmal irgendwann auf irgendeine Internetseite getippt hat, die jetzt durch irgendeinen Server irgendwo in der Welt ins Internet eingespeist wird, und dann hat sie zur Demonstration einfach einmal wahllos in die Tasten gehackt und dem Wittrich gezeigt, dass sogar für so eine sinnlose Zeichenfolge wie „sdflkj“ einige tausend Treffer angezeigt worden sind, und dann hat die Mandy sich dazu hinreißen lassen zu sagen, dass man mit Google wirklich ALLES finden kann, was irgendwo im Internet versteckt ist.

Da ist der Wittrich einen Moment lang still gewesen und hat nachdenklich genickt, und dann hat er plötzlich gesagt, dass er jetzt gern den Dr. Schwenglein im Internet suchen würde, und da hat die Mandy natürlich erst einmal einen kleinen Schrecken gekriegt, weil im ersten Moment hat sie da natürlich gedacht, dass sich jetzt vielleicht doch schon ein erstes Zeichen von Demenz beim Wittrich bemerkbar machen würde, aber dann ist ihr ja doch ganz schnell klar geworden, dass der Wittrich so vertrottelt auch noch nicht gewesen ist, und deshalb hat sie ihn dann noch einmal nach dem Vornamen vom Dr. Schwenglein gefragt und dann in die Suchzeile eingetippt „Dr. Hermann Schwenglein“, und dann hat sie auf „Suchen“ geklickt, und als dann die Liste mit den Treffern angezeigt worden ist, da hat der Wittrich sie gefragt, ob man denn vielleicht die Schrift etwas größer machen kann, weil er auch gerne etwas auf dem Bildschirm erkennen würde, und mit einem Druck auf die Steuerungs-Taste und ein paar Drehungen am Mausrädchen hat die Mandy dann die Schrift so riesig eingestellt, dass sogar der Wittrich etwas hat erkennen können, der inzwischen ganz vorne auf der Bettkante gesessen ist und den Kopf wie eine Giraffe zum Schreibtisch gereckt hat. Und dann haben sich die beiden durch eine Reihe von Treffern geklickt, bis sie schließlich auf einer Seite der „Deutschen Dachgesellschaft Interim Management“ gelandet sind, wo nämlich für den Dr. Schwenglein ein so genanntes „Profil“ eingerichtet gewesen ist, und in diesem Profil hat es dann auch einen so genannten „Download-Bereich“ gegeben, wo man sich doch tatsächlich auch ein so genanntes „Manager Profil“ als Textdokument herunterladen konnte, und als dieses Textdokument dann nach einer kurzen Ladezeit auf dem Bildschirm erschienen ist, da haben die Mandy und der Wittrich zuerst ihren Augen nicht trauen wollen, weil – da hat nämlich nicht nur „Manager Profil“ quasi als Überschrift ganz oben auf der ersten Seite gestanden, sondern darunter außerdem auch noch „VERTRAULICH“, und da haben die Mandy und der Wittrich sich dann nicht nur gewundert, wieso man ein vertrauliches Dokument so leicht im Internet herunterladen kann, sondern sie haben dabei auch noch ein bisschen Herzklopfen bekommen.

Unter dem „VERTRAULICH“ ist dann ein großes Foto vom Dr. Schwenglein angezeigt worden mit seinem Namen, und darunter der Name seiner Agentur „Dr. Schwenglein – Business Consulting“ mit der vollständigen Adresse. Auf der zweiten Seite sind dann erst noch die persönlichen Daten und Informationen zu seiner Ausbildung gestanden, bevor es auf der dritten Seite mit einer Tabelle über den beruflichen Werdegang losgegangen ist, und weil der Dr. Schwenglein seinen beruflichen Werdegang von hinten nach vorne aufgeschrieben hatte, also sozusagen von jetzt nach früher, deshalb hat dort dann auch gleich als erstes für den Zeitraum zwischen Juni 2008 und August 2009 seine Tätigkeit als „Interim Manager“ für die AVELO Gruppe Frankreich gestanden, und als die Mandy und der Wittrich die Tabelle dann Zeile für Zeile gelesen haben, da sind ihre Augen von Zeile zu Zeile immer größer geworden, weil – der Dr. Schwenglein hatte dort nämlich nicht nur aufgeschrieben, dass der AVELO Konzern insgesamt einen Umsatz von neuneinhalb Milliarden Euro macht und einundsechzigtausend Mitarbeiter beschäftigt, und dass davon auf das Werk in Kronach-Neuses zweiundzwanzig Millionen Euro Umsatz und zweihundertneunzig Mitarbeiter entfallen, sondern auch, dass er dort als Interim Manager drei Aufgaben gehabt hat, nämlich erstens: „Werksleiter“, zweitens: „Restrukturierung der Fertigung Rückleuchten (Mercedes A-Klasse und Sprinter, BMW 1er und 6er)“ und drittens: „Verlagerung des Standortes nach Frankreich und Polen und Schließung“, und als die Mandy und der Wittrich dann noch die restlichen neun Seiten des Dokuments Zeile für Zeile gelesen haben, da wussten sie am Ende nicht nur, dass der Dr. Schwenglein vor seiner Tätigkeit bei AVELO in Neuses tatsächlich immer nur wenige Monate bis höchstens ein paar Jahre bei fünfzehn verschiedenen Firmen tätig gewesen ist, sondern sie haben auch gesehen, dass ganz unten auf der letzten Seite, also unter dem Ende der Tabelle „Kronach, im November 2008“ gestanden hat, und da haben dann die Hände vom Wittrich schon ein bisschen gezittert, als er in die Brusttasche von seinem Dreiteiler gegriffen und von dort einen Zettel herausgeholt und aufgefaltet hat, den er dann noch einen Moment lang in seinen zittrigen Händen gehalten hat, bis sich seine Augen von dem hellen Computerbildschirm wieder auf den grauen Zettel umgestellt hatten, bevor er dann noch einmal nachlesen konnte, was der Eddi Pawlitschek ihm vor vier Tagen über die Schließung des AVELO-Werkes erzählt hatte, denn das hatte sich der Wittrich ja alles ganz genau aufgeschrieben und in seinen Ordner „Wissenswert 11“ abgeheftet gehabt, und bevor er an diesem Abend mit zur Mandy nach Hause gefahren ist, hat er den Zettel über das Gespräch mit dem Eddi Pawlitschek wieder aus dem Ordner geholt, zusammengefaltet und in seine Brusttasche gesteckt, und nachdem er den Zettel jetzt ein paar Sekunden lang mit zusammengekniffenen Augen überflogen hat, hat er dann die Stelle wiedergefunden, an der er sich aufgeschrieben hatte, dass es ja noch im Dezember 2008 eine Gesprächsrunde im Münchner Ministerium gegeben hatte, bei der man gemeinsam überlegt hat, wie man das AVELO-Werk vielleicht doch noch retten kann und aus welchen Töpfen man die entsprechenden Finanzmittel herausholen soll, und dass der Pichelhans damals doch noch ganz fröhlich aus München zurückgekommen ist und sich schon gefreut hatte, dass er so viele Existenzen gerettet hat, und dass ja noch am Heiligabend 2008 der Betriebsseelsorger stundenlang Bibeltexte am Lagerfeuer vorgelesen und den Beschäftigten Mut gemacht hat, bis das endgültige Aus für das AVELO-Werk in Neuses dann doch erst Ende Januar 2009 gekommen ist, als der Gesprächstermin über das zweite Gutachten geplatzt ist, das die Beschäftigten in Auftrag gegeben hatten, weil die Gutachter plötzlich verhindert gewesen sind, und dass der Werksleiter, also der Dr. Schwenglein dann auf einmal den Ersatztermin am zweiten Februar nicht mehr abwarten wollte, weil er sich ja inzwischen schon ein eigenes Urteil über das zweite Gutachten gebildet hatte. Jetzt haben sich der Wittrich und die Mandy dann natürlich schon gefragt, wieso der Dr. Schwenglein eigentlich schon im November 2008 ein Manager Profil ins Internet gestellt hatte, in dem er als seine letzte Tätigkeit die Schließung des AVELO-Werks in Neuses angegeben hat, als wäre das schon eine beschlossene Sache gewesen, wo doch die Leute hier noch zwei Monate später dafür gekämpft haben, dass es vielleicht eine andere Lösung geben könnte als die Schließung, und da hat sich der Wittrich dann daran erinnert, dass der Eddi Pawlitschek ja schon gesagt hatte, dass der Dr. Schwenglein das wahrscheinlich schon von Anfang an gewusst hat, dass das Werk geschlossen werden soll und dass er wahrscheinlich überhaupt nur deswegen eingestellt worden ist, damit er die Schließung möglichst glatt über die Bühne bringt, und jetzt hat der Wittrich auch geahnt, weswegen der Dr. Schwenglein Ende Januar natürlich überhaupt kein Interesse mehr an einem Ersatztermin für das Gespräch mit den Gutachtern gehabt hat, denn er hatte sich ja im November schon wieder mit seinem Manager Profil im Internet für eine neue Tätigkeit beworben, und natürlich hat der Wittrich jetzt auch ein bisschen besser verstehen können, wieso der Eddi Pawlitschek es für möglich gehalten hat, dass da ein paar Beschäftigte von AVELO, die jetzt vor dem existenziellen Aus gestanden sind, dass die in ihrer Verzweiflung den Dr. Schwenglein entführt haben, um ihn zu erschrecken oder zu erpressen oder um ihn vielleicht sogar zu lynchen.

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zuletzt aktualisiert am 20.08.14
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