Das zerbrochene Ringlein.
Wittrichs letzter Fall.

Ein Provinzkrimi
von Burkhart M. Schürmann

(Copyright beim Autor)

 

 

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Samstag, 27. Juni
   Tagsüber auf dem Historischen Stadtspektakel

Als der Wittrich am nächsten Morgen in den Aufenthaltsraum gekommen ist und die Zeitung aufgeschlagen hat, da hat dann endlich auch wieder etwas Neues über den Dr. Schwenglein dringestanden, wobei das, was da dringestanden hat, das ist für den Wittrich jetzt doch schon fast nichts Neues mehr gewesen:

KRONACH – Im Fall des vermissten Dr. Hermann Schwenglein gibt es neue Erkenntnisse. Nach Angaben der Polizei kontaktierte Schwenglein seine Ehefrau durch eine Postkarte, auf der er Suizidabsichten andeutete. Die Suche der Ermittlungsbehörden nach dem Aufenthaltsort des Vermissten konzentriert sich nun auf den Sonneberger Raum, wo die Postkarte abgestempelt wurde.

Dass die Karte in Sonneberg abgestempelt worden ist, also nur etwa zwanzig Kilometer von Kronach entfernt, aber immerhin schon hinter der Thüringischen Grenze, an der ja der alte Herr Fiedler früher Grenzschutzbeamter gewesen ist, das war für den Wittrich jetzt natürlich doch noch etwas Neues, und deshalb hat er das auch gleich auf einen Zettel geschrieben und in seinem „Wissenswert“-Ordner abgeheftet, nur weitergeholfen hat es ihm im Grunde genommen auch nicht viel, und deshalb hat er sich an diesem Samstagvormittag auch ein bisschen so gefühlt wie der Kommissar Matthäi in dem Kriminalroman, aus dem er dann der Mandy irgendwann nach dem Frühstück wieder ein paar Seiten unter der Weide vorgelesen hat, weil der Kommissar Matthäi kommt mit seinen Ermittlungen ja auch irgendwann an einen Punkt, an dem er einfach nicht mehr weiter kommt.

Nach dem Mittagessen und nach einer kleinen Mittagsruhe, die der Wittrich danach eingelegt hat, ist er dann natürlich wieder zum Historischen Stadtspektakel gegangen, denn das Wetter ist ja immer noch prächtig gewesen, und obwohl der Wittrich in den Jahren vorher eigentlich schon so ziemlich alles gesehen hatte, was es auf dem Historischen Stadtspektakel zu sehen gibt, ist er ja trotzdem immer wieder gerne zwischen den ganzen Verkaufsständen und den Gauklern und den Musikanten und den Lagern von der Cronacher Ausschuss-Compagnie und von den Waschweibern und von der Bürgerwehr und all den anderen kostümierten Gruppen herumgelaufen, und besonders gerne hat er sich ja auch die Theaterstücke der Pottu-Gruppe in dem schönen Innenhof vom  Pabstmannschen Studienhaus angesehen, weil die haben da nämlich jedes Jahr eine andere Begebenheit aus der Kronacher Geschichte dargestellt, wie zum Beispiel einmal die Entstehung vom Schmäußbier oder ein anderes Mal die Geschichte von der Kronicher Housnkuh, also dem letzten noch ungeschlachteten Hasenweibchen, das für die Kronacher auf der Stadtmauer herumhoppeln musste, damit die Schweden glauben, dass die Stadt ihre Vorräte an essbaren Hasenweibchen noch lange nicht aufgebraucht hat.

Als der Wittrich dann also an diesem Samstagnachmittag wieder einmal die Lucas-Cranach-Straße hochgewackelt ist, um sich ein wenig auf dem Historischen Stadtspektakel umzusehen, da ist er diesmal aus irgend einem Grund besonders lange bei den Seelabacher Seilern hängen geblieben, die ihren Stand vor dem historischen Rathaus aufgebaut hatten, um den Leuten vorzuführen, wie man früher Seile gedreht hat, als es dafür noch keine Maschinen gegeben hat, und da hat jetzt der Wittrich ganz fasziniert dabei zugeschaut und versucht, die Apparatur zu verstehen, mit der die Seile gedreht worden sind, weil auf der einen Seite steht da nämlich ein Holzgestell mit einer Mechanik drin, und mithilfe dieser Mechanik kann man durch eine Kurbel gleichzeitig vier Haken in dieselbe Richtung drehen, und diese vier Haken sind sozusagen in einem Quadrat angeordnet, und ein paar Meter gegenüber steht ein kleiner Holzturm mit einem Seilzug drin, und an diesem Seilzug ist an dem einen Ende ein Haken und an dem anderen Ende ein Gegengewicht angebracht, und wenn man jetzt die Schnüre, die zusammen zu einem Seil verdrillt werden sollen, zwischen den vier Haken auf der einen Seite und dem einzelnen Haken auf der anderen Seite aufspannt, dann sorgt das Gegengewicht dafür, dass die Schnüre immer schön straff bleiben, auch wenn das Seil beim Verdrillen allmählich ein bisschen kürzer wird und das Gewicht dadurch ein Stückchen nach oben wandert. Allerdings benutzen die Seelabacher Seiler beim Historischen Stadtspektakel von den vier Haken eigentlich immer nur drei, weil sie für die Zuschauer nämlich nur dreischlägige Seile drehen und keine vierschlägigen, aber dafür darf man sich dann für die drei Schnüre, aus denen ein dreischlägiges Seil gedreht wird, drei verschiedene Farben aussuchen, und diese drei Schnüre werden dann zuerst an ihrem einen Ende miteinander verknotet und dann zu dritt zwischen den drei Haken auf der einen Seite und dem einzelnen Haken auf der anderen Seite hin und her gespannt, und wenn man dann an der Kurbel dreht, dann werden nicht nur jeweils die dreimal drei Schnüre zu einem Strang verdrillt, sondern gleichzeitig auch noch die drei Stränge miteinander zu einem Seil, und damit sich der Drall in dem Seil gleichmäßig verteilt, spannt einer der Seiler dann noch so einen kegelförmigen Holzklotz mit drei Führungsschlitzen zwischen die drei Stränge, den er dann am Anfang ein paarmal heftig in Richtung des einzelnen Hakens schiebt, damit da von der Drehung der drei Haken am gegenüberliegenden Ende auch noch etwas ankommt, und als der Wittrich an diesem Samstagnachmittag bei den Seelabacher Seilern gesehen hat, wie dieser kegelförmige Holzklotz zwischen die drei Stränge gespannt wird, da hat er sich noch gedacht, dass es bestimmt nicht so angenehm ist, wenn man einmal mit einem Finger oder mit der Hand zwischen die ganzen Schnüre gerät, während die gerade unter Spannung stehen und miteinander verdrillt werden, und irgendwie ist ihm dann plötzlich auch die Frage durch den Kopf geschossen, wie viele Stränge wohl das Seil gehabt haben mag, mit dem sich im Januar die Silvia Zürner neben der Orgel in der Regensburger Herz-Jesu-Kirche aufgehängt hat, aber da hat er dann plötzlich gar nicht mehr weiter zusehen mögen bei den Seelabacher Seilern, sondern hat sich umgedreht und ist am Michaelsbrunnen vorbei quer über den Marktplatz in Richtung Hexenturm gewackelt, um sich dort am Getränkeausschank vor der Bewährungshilfe des Coburger Landgerichts erst einmal ein kühles Schmäuß zu holen.

Auf dem Weg zum Getränkewagen hat der Wittrich dann an einem der Biertische auf dem Marktplatz den Rudi Weich mit seiner Frau sitzen gesehen, und da hat er sich überlegt, ob er den jetzt einfach einmal ansprechen soll wegen der Sache mit den Germanen, aber irgendwie hat er sich das dann nicht gleich getraut, weil er sich nicht sicher gewesen ist, ob der Rudi Weich ihn überhaupt kennt, und deshalb ist der Wittrich dann doch erst einmal zum Getränkewagen weitergewackelt und hat sich in die Schlange eingereiht. Als er dann aber nach ein paar Minuten mit einem kühlen Schmäuß versorgt gewesen ist und gesehen hat, dass der Rudi Weich jetzt immer noch auf seinem Platz am Biertisch gesessen ist, da hat der Wittrich dann doch noch seinen ganzen Mut zusammengenommen und ist hingegangen und hat gesagt:

– „Grüß Gott, Herr Weich! Verzeihen Sie, wenn ich Sie einfach so anspreche, mein Name ist Wittrich und vielleicht kennen Sie mich ja vom Sehen …“, und da hat der Rudi Weich von seiner Bratwurst aufgeschaut und in seinem weichen Pfälzer Singsang geantwortet:

– „Ja sischer, Herr Wittrisch, grüß Gott, womit kann isch denn dienen?“ und dabei hat er dem Wittrich die Hand hingestreckt, aber als er dann gesehen hat, dass an seiner Hand noch ein Klecks Senf von der Bratwurst geklebt hat, da hat er sie gleich wieder zurückgezogen und gesagt:

– „Ach, Momentschen, Entschuldigung …“, und hat mit der Serviette den Senf abgewischt, während im gleichen Moment der Wittrich gar nicht gewusst hat, wie er dem Rudi Weich überhaupt die Hand geben soll, weil er ja in seiner linken Hand das Bier und in der rechten Hand seinen Stock gehalten hat, und deshalb hat auch der Wittrich erst einmal einen Moment gebraucht, bis er seinen Bierkrug auf dem Tisch abgestellt und den Stock von der rechten in die linke Hand bugsiert hatte, aber dann haben sich die beiden Männer schließlich doch noch die Hände schütteln können, und der Wittrich hat gesagt:

– „Der Herr Ludl meinte, ich könne Sie vielleicht einmal nach den Umtrieben der Neuen Germanen in Kronach befragen. Sie würden sich da auskennen …“

Da hat der Rudi Weich gerufen:

– „Ach Gott, hören Sie auf, das ist ja ein furschtbares Thema für so einen schönen Tag wie heute!“ und der Wittrich ist ein bisschen zusammengezuckt und hat gesagt:

– „O weh, das hab ich schon befürchtet, dass ich Ihnen damit die gute Laune verderbe, und ich will Sie auch wirklich nicht …“, aber bevor der Wittrich den Satz zu Ende sprechen konnte, hat der Rudi Weich schon wieder gelacht und gesagt:

– „Nein, nein, so war das gar nischt gemeint! Setzen Sie sisch doch, dann kann isch Ihnen gern ein paar Auskünfte geben“, und so hat sich der Wittrich dann mit seinem kühlen Schmäuß zum Rudi Weich und seiner Frau an den Biertisch gesetzt, und nachdem der Wittrich auch noch der Frau vom Rudi Weich die Hand geschüttelt hat, hat der Rudi Weich angefangen, die Geschichte von der Germanischen Neuen Medizin zu erzählen: dass es sich dabei nämlich um eine Behandlungsmethode handelt, die auf einen ehemaligen Arzt zurückgeht, dessen Sohn in den siebziger Jahren bei einem Urlaub auf Korsika aus Versehen von einem italienischen Kronprinzen erschossen worden ist, und dass dieser Arzt daraufhin einen Hodenkrebs bekommen hat, den er sich hat wegoperieren lassen, aber dass ihm dann sein erschossener Sohn im Traum erschienen ist und gesagt hat, er sei ganz nah dran, die wahre Ursache für alle möglichen Krebserkrankungen herauszufinden, und dass dieser Arzt dann auf die Idee gekommen ist, dass alle Krankheiten in Wirklichkeit gar keine Krankheiten sind, sondern von ihm so genannte „sinnvolle biologische Sonderprogramme“, die immer von einem traumatischen Erlebnis ausgelöst werden, und dass man diese „biologischen Sonderprogramme“ auf gar keinen Fall durch Medikamente oder Operationen stören darf, sondern dass man stattdessen die ursächlichen Konflikt-Erlebnisse herausfinden und aufarbeiten muss, während man den natürlichen Heilungsprozess höchstens noch durch den einen oder anderen Quarkwickel unterstützen darf, und dann hat der Rudi Weich weiter erzählt, dass dann in den neunziger Jahren ein sechsjähriges Mädchen wegen dieser Quarkwickel beinahe an einem riesigen Tumor gestorben wäre, weil seine Eltern nämlich so sehr an den Quark geglaubt haben, dass sie mit dem Mädchen vor der Schulmedizin geflohen sind, bis ihnen endlich das Sorgerecht entzogen wurde, sodass das Mädchen doch noch operiert werden konnte, und dass dieser Arzt mit dem erschossenen Sohn und dem wegoperierten Hodenkrebs doch allen Ernstes behauptet, die Schulmedizin würde von den Juden gesteuert, die seine Germanische Neue Medizin absichtlich unterdrücken, um alle Nichtjuden an Hodenkrebs sterben zu lassen, während sie sich selber aber mithilfe seiner Erkenntnisse erfolgreich heilen würden.

Als der Rudi Weich das alles erzählt hatte, ist der Wittrich natürlich erst einmal einen Moment lang ziemlich sprachlos gewesen, aber dann hat er langsam den Kopf geschüttelt und gefragt:

– „Und da gibt es nun tatsächlich Leute in Kronach, die an sowas glauben?“ und der Rudi Weich hat aufgelacht und gesagt:

– „Ja, was meinen Sie, was es in Kronach alles gibt!“

– „Und nischt nur in Kronach!“ hat sich da auch die Frau vom Rudi Weich zu Wort gemeldet, die bis dahin ja nur schweigend zugehört hatte, und der Rudi Weich selber hat ihr dann beigepflichtet:

– „Ja, allerdings nischt nur in Kronach! Diese GNM hat ja in ganz Deutschland ihre so genannten ‚Studienkreise’, in denen sisch ihre Anhänger versammeln und die Lehre ihres Meisters pflegen“, und die Frau vom Rudi Weich hat dazu genickt und gesagt:

– „Und erzähl doch dem Herrn Wittrisch mal von dem NPD-Kreisvorsitzenden in Passau, der gleischzeitisch GNM-Anhänger ist!“

– „Ja, das stimmt“, hat der Rudi Weich da gesagt, „die GNM hat eine deutlische Nähe zur reschten Szene. Und das ist ja auch nischt verwunderlisch, mit ihrer verworrenen Verschwörungstheorie, dass die Juden alle Nischtjuden dadurch vernischten wollen, dass sie ihnen ihre Quarkwickel vorenthalten. So ein hanebüschener Blödsinn!“ und bei „Blödsinn“ hat er dann im Eifer so heftig mit der flachen Hand auf den Tisch gehauen, dass der weiße Pappstreifen mit dem letzten Stückchen Bratwurst hoch in die Luft gesprungen ist, und weil sich ein kleines dickes Bratwurststück in der Luft natürlich etwas anders verhält als ein großer flacher Pappstreifen, hat das Bratwurststück dann bei der Landung nicht mehr auf dem Pappstreifen aufgesetzt, sondern ein Stückchen weiter daneben auf der Tischplatte, und weil der Kronacher Marktplatz ja nicht gerade das ist, was die Mathematiker eine Horizontale nennen würden, sondern doch eher so etwas wie eine schiefe Ebene, deshalb ist das Bratwurststück dann auf dem Tisch bergab gekullert und erst kurz vor der Tischkante gegen den Bierkrug eines anderen Besuchers vom Historischen Stadtspektakel geprallt, wo es dann liegen geblieben ist. Aber noch bevor dieser andere Besucher überhaupt etwas davon mitbekommen hat, ist die Frau vom Rudi Weich aufgesprungen und hat das Bratwurststück mit einer Serviette weggefischt und in ihrer Hand verschwinden lassen, und der Wittrich hat die Gelegenheit genutzt und gefragt, ob die Anhänger dieser GNM denn nun einfach nur meschugge oder etwa auch gefährlich sind, und der Rudi Weich ist aus seiner Schreckstarre über das entwischte Bratwurststück wieder aufgetaucht und hat geantwortet:

– „Also wenn Sie misch so fragen, dann erzähl isch Ihnen mal, was der Herr Berndt für eine E-Mail bekommen hat, als wir seinen Vortrag hier in der Synagoge angekündischt haben“, und die Frau vom Rudi Weich hat hinzugefügt:

– „Der Wolfhard Berndt ist nämlisch Beauftrager für religiöse und geistlische Strömungen bei der evangelischen Kirsche, und wir hatten ihn im März zu einem Vortrag in die Synagoge eingeladen, damit er uns etwas über die antisemitischen Tendenzen der GNM erzählen kann ...“, und der Rudi Weich hat ihren Satz weitergeführt:

– „... und der hat im Vorfeld dieses Vortrages eine E-Mail von einem GNM-Anhänger bekommen, in der so in etwa geschrieben stand: »Seien Sie bloß vorsischtisch mit Ihren Äußerungen ... sobald die GNM offiziell zugelassen wird, werden alle, die öffentlisch gegen sie gewettert haben, zur Verantwortung gezogen werden« ...“, und die Frau vom Rudi Weich hat gesagt:

– „Und stellen Sie sisch mal vor, Herr Wittrisch, zum Schluss hat der noch geschrieben »isch bete für Sie« ...“

– „Ach was ...“ hat der Wittrich da gesagt, und die Frau vom Rudi Weich hat wiederholt:

– „»Isch bete für Sie« hat der geschrieben! Das muss man sisch mal vorstellen!“


In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag ist der Wittrich dann natürlich wie immer wieder einmal von seinem zwickenden Bauch aufgewacht, aber diesmal hat er keinen Gang durch die Stadt gemacht, sondern diesmal hat er sich nur einen Bademantel übergezogen und hat sich an seinen Schreibtisch gesetzt, und dann hat er noch einmal den ganzen letzten Ordner „Wissenswert 11“ durchgelesen, und als er damit fertig gewesen ist, hat er sogar noch ein paar alte Fotoalben aus dem Regal geholt und sich so lange die alten Fotos von sich und seiner Rosalie und von ihren gemeinsamen Ausflügen und Urlauben angeschaut, bis er dann tatsächlich irgendwann darüber eingeschlafen und mit dem Kopf auf den Schreibtisch heruntergesackt ist, und vermutlich wird sich niemand darüber wundern, dass der Wittrich auch in dieser Nacht schon wieder ziemlich wirres Zeug geträumt hat, aber diesmal habe ich irgendwie das Gefühl, es wäre ihm vielleicht lieber, wenn ich das für mich behalte, was er da geträumt hat, denn manches davon ist dann doch so persönlich gewesen, dass man es vielleicht besser nicht an die Öffentlichkeit zerrt, weil – die Öffentlichkeit kann ja manchmal ziemlich verständnislos sein, wenn es um die ganz geheimen und verborgenen Gedanken geht, die in einer Seele Platz haben, und wie soll denn auch die Öffentlichkeit für etwas Verständnis haben können, was man an sich selber manchmal kaum verstehen kann?



„… ich habe das doch alles nicht gewollt … ich wollte dir ja niemals etwas Böses tun … niemals … ich habe dich geliebt … von Anfang an geliebt … von Anfang an … und gewartet habe ich auf dich … gewartet und gehofft … darauf gehofft, dass du auch mich so lieben wirst, wie ich dich liebe … eines Tages … wenn du erst alt genug bist … warum hast du nicht warten können? … warum hast du uns keine Chance mehr gegeben? … ich habe doch so viel für dich getan … war ich dir wirklich so zuwider? … hast du dich so vor mir geekelt? … ich wollte doch nur zärtlich sein … nur zärtlich …“

 

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zuletzt aktualisiert am 04.09.14
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